Anteil der Wärmepumpen am Gesamtbedarf
Wärmepumpe auf 1.545 Metern: Heizungstausch auf der Raxalm.
Im laufenden Betrieb bivalent umgebaut

An der Bergstation der Rax-Seilbahn wurde die Heizung von Scharfeggers Raxalm-Berggasthof umgebaut: Zwei OVUM Luftwärmepumpen übernehmen gemeinsam mit einer Ölanlage für sehr tiefe Außentemperaturen die Wärmeerzeugung. Heizbär hat das Projekt zusammen mit OVUM geplant und im laufenden Betrieb des Gasthofs umgesetzt. Nach dem ersten Betriebsjahr decken die Wärmepumpen laut Betreiber mehr als 50 % des Gesamtbedarfs, der Heizölverbrauch sank von rund 38.000 auf rund 15.000 Liter.
Ausführender Partnerbetrieb: Heizbär GesmbH
Ein Sehnsuchtsort mit alter Heiztechnik
Seit 1926 führt die Rax-Seilbahn auf die Raxalpe, 2026 feiert sie ihr 100-jähriges Bestehen. Auf 1.545 Metern Seehöhe, direkt an der Bergstation, liegt Scharfeggers Raxalm-Berggasthof mit seiner Panoramaterrasse. Geheizt wurde dort mit zwei alten Ölkesseln.
Bernd Scharfegger, Inhaber der Rax-Seilbahn und von Scharfeggers Raxalm, wandte sich an Harald Grabner, Geschäftsführer von Heizbär. Das Ziel: eine neue Heizlösung. Gemeinsam mit OVUM begann die Planung.
„[…] für uns ganz klar war, dass wir […] auch effizienter unterwegs sein wollen, um die Kosten zu reduzieren. Wenn wir gleichzeitig auch in die Zukunft denken wollen, war es notwendig, da eine sinnvolle, langfristige Lösung zu finden.“
Bernd Scharfegger, Inhaber Rax-Seilbahn und Scharfeggers Raxalm
Funktioniert eine Wärmepumpe am Berg?
Für ein Vorhaben dieser Art gab es in der Planungsphase laut Bernd Scharfegger noch keine Präzedenzfälle in dieser Form. Entsprechend groß waren die anfänglichen Fragen: Wie verhält sich die Anlage bei Minusgraden, und wie funktioniert das überhaupt am Berg?
„Diese Bedenken sind relativ schnell dann durch unsere Experten ausgeräumt worden und vor allem durch die Mitarbeiter von der Firma Heizbär, die haben eigentlich relativ schnell sehr gute Berechnungen auch angestellt.“
Bernd Scharfegger
Dazu kam der Bestand. Laut Harald Grabner besteht die größte Herausforderung im Zusammenwirken von über 100 Jahre alter Heizungstechnik mit Schwerkraftverrohrung und Gussheizkörpern, den langen Transportwegen und der Verknüpfung vieler elektronischer Bauteile. Außerdem durfte der Betrieb des Gasthofs nie stillstehen. Heizbär tauschte und baute die Heizung deshalb im durchgehenden Betrieb, was Grabner als sehr anspruchsvolle Arbeit beschreibt.
Die Lösung: bivalent mit zwei OVUM AC520P
Geplant wurde eine bivalente Anlage, also zwei zusammenarbeitende Wärmeerzeuger. Zwei OVUM Luftwärmepumpen vom Typ AC520P decken den Großteil des Wärmebedarfs und können wechselweise angesteuert werden. Die alten Ölkessel wurden im Zuge des Umbaus ersetzt. Für sehr tiefe Außentemperaturen bleibt eine Ölanlage als zweiter Wärmeerzeuger Teil des Systems.
„Aufgrund der Höhenlage von der Rax haben wir da eine bivalente Anlage installiert. […] Aufgrund dieser Höhenlage und Temperaturen ist ein monovalenter Betrieb mit Wärmepumpen nicht effizient, um es richtig zu sagen.“
Horst Petscharnig, OVUM Gebietsverkaufsleiter Ost-Österreich
Technikraum im ehemaligen Eislager
Damit die Technik Platz hat, waren Umbauten nötig: Das ehemalige Eislager des Berggasthofs ist heute der Heizungskeller. Dort stehen die Pufferspeicher der Wärmepumpen, die Systemtrennung und die Ladepumpe, die das gesamte Gebäude versorgt. Neu installiert wurde außerdem eine hygienische Warmwasserbereitung nach dem Frischwasserprinzip.
Regelung: leistungsorientiert statt konstanter Vorlauftemperatur
Eine Besonderheit ist die Regelung. Das Gebäude wird nicht über konstante Vorlauftemperaturen gesteuert, sondern leistungsorientiert. Dafür sorgt eine frei programmierbare MSR-Steuerung: Sie empfängt die Daten sämtlicher Verbraucher und gibt die Befehle aus, die das System benötigt.
Das Ergebnis nach einem Jahr
Die Wärmepumpen laufen seit einem Jahr und haben einen fordernden Winter hinter sich. Laut Horst Petscharnig (OVUM) gab es bei der Leistungsabgabe keinerlei Probleme. Die Zahlen nach dem ersten Betriebsjahr nennt Bernd Scharfegger:
Heizölverbrauch vor dem Umbau
Heizölverbrauch im ersten Betriebsjahr mit Wärmepumpen
Angaben des Betreibers nach einem Betriebsjahr, gerundet. Es handelt sich um einen Einzelfall: Wie viel eine Wärmepumpe in einem anderen Gebäude leistet, hängt unter anderem von Gebäude, Heizlast, Standort und Nutzung ab und wird individuell ermittelt.
Aus Sicht der Beteiligten zeigt das Projekt, dass Wärmepumpen nicht nur in modernen Einfamilienhäusern mit Fußbodenheizung in Frage kommen, sondern auch in Bestandsgebäude mit Heizkörpern eingebunden werden können. Wer die Anlage vor Ort ansehen möchte, ist laut Bernd Scharfegger herzlich auf die Raxalpe eingeladen.