Gefahr im Warmwasserspeicher?

Aktualisiert: 19. Juni 2019

Durch die Verbreitung der regenerativen Energie, im Speziellen der Wärmepumpe, tritt ein altbekanntes Problem bei der Warmwasserbereitung wieder in den Vordergrund - Legionellen. Warmwasserspeicher sind bei Temperaturen von unter 60°C gefährliche Brutanstalten für Legionellen und Wärmepumpen können diese Temperaturen nur in unbefriedigendem Maß erreichen. Die Einsatzgrenze von Wärmepumpen liegt in der Regel zwischen 60°C und 65°C. Rechnet man dann noch die Übertragungsverluste an das Warmwasser dazu, ist schnell ersichtlich, dass man entweder bei der Hygiene oder bei der Lebensdauer der Wärmepumpe massive Abstriche machen muss.

Die Zahl der Erkrankungen ist in den letzten Jahren stark gestiegen. Alleine im Zeitraum von 2013 bis 2017 hat sich die Anzahl der Erkrankungen mehr als verdoppelt. Die Krankheit heißt "Legionellose" eine schwere, manchmal tödlich verlaufende Lungenentzündung.

Warmwasserspeicher sind die Brutapparate für Legionellen.
Ich trinke doch kein Warmwasser?

Falsch gedacht. Wer denkt, die Gefahr der Legionellose kann man durch ein achtsames Duschen oder durch das Vermeiden von Schlucken des Warmwassers verhindern, liegt falsch. Ist die Anzahl der Legionellen im Warmwasser zu hoch, erkrankt man durch das Einatmen von mikroskopisch kleinen Tröpfchen oder Wasserdampf (Aerosole).


Beim Duschen geraten die Legionellen in die Lunge!

Hat man die Erreger erst einmal in seiner Lunge (was sich bei einem normalen Duschvorgang nicht vermeiden lässt), gibt es zwei Möglichkeiten zu erkranken:

  • Das Pontiacfieber. Dies ist eine grippeähnliche Erkrankung die ca. 2-5 Tage andauert.

  • Die Legionellose, ähnlich einer Lungenentzündung, jedoch wesentlich gefährlicher.

Die Dunkelziffer bei Erkrankungen sind enorm. Wer denkt schon bei einer grippeähnlichen Erkrankung, dass man sich in seiner Dusche infiziert hat?


Gibt es eine vernünftige Lösung, um mit der Wärmepumpe Warmwasser bereiten zu können?

Ja und Nein zu gleich. Möchte man Warmwasser in einem Tank mit der Wärmepumpe erwärmen, steht man bei Heizungswärmepumpen vor dem Problem der Einsatzgrenze der Geräte. In der Theorie kann man die geforderten 60°C knapp erreichen, jedoch führt dies nach wenigen Jahren zu teuren Reparaturen (Kompressortausch). Es gibt hier nur zwei wirklich sinnvolle Lösungen.

  1. Man bereitet das Warmwasser nicht mit der Heizungswärmepumpe, sondern z.B. durch eine speziell für hohe Temperaturen gebaute Warmwasserwärmepumpe.

  2. Man lagert kein Warmwasser, sondern bereitet es frisch für jede Zapfung auf. Dies nennt man Frischwarmwasserbereitung, FWS oder hygienische Warmwasserbereitung. Diese bewehrte Technik bringt dem Kunden viele Vorteile und ein Maximum an Hygiene.


Prinzip der hygienischen Warmwasserbereitung


Im Speicher befindet sich kein Trink-Warmwasser, sondern nur Heizungswasser als Speichermedium. Wird Warmwasser gezapft, so durchströmt das Kaltwasser das Frischwassersystem und wird im Durchlauf zu frischem hygienischem Warmwasser. Das Speicherwasser liefert die erforderliche Wärme in Sekundenschnelle. Es wird kein Warmwasser gelagert! Es gibt keine Verschmutzung im Speicher.

Der Kunde merkt von allem nichts. Es gibt keinen Unterschied im Zapfkomfort.







Ablagerung im Speicher.

Ein Foto aus dem Inneren eines Trinkwasserspeichers mit einem Volumen von 300 ltr nach 10 Jahren. Die gelösten Stoffe im frischen Trinkwasser lagern sich im Speicher ab. Diese bilden wiederum den Nährboden für die Erreger. Bei einem Frischwassersystem entfällt die Speicherung des Warmwassers. Kein Speicher - keine Ablagerungen!




Warum macht das nicht jeder?

Das ist eine gute Frage. Kunden, die sich dieser Risiken bewusst sind, bestehen in der Regel bei Wärmepumpen auf eine hygenische Warmwasserbereitung. Blickt man noch einige Jahre zurück, war die hygienische Warmwasserbereitung auch bei allen namhaften Wärmepumpen-Herstellern die erste Wahl der Warmwasserbereitung. Durch den preislichen Druck, der nicht zuletzt durch Billighersteller verursacht wurde, kam es in den letzen Jahren hier zu einem technischen Rückschritt auf dem Rücken der Konsumenten. Rechtlich ist dies im Einfamilienhaus gedeckt, da der Konsument für seine "Hygiene" selbst verantwortlich ist. In Mehrparteienobjekten ist die "Legionellenzucht im Speicher" seit Jahren strengstens verboten.


Sparen Sie nicht am falschen Ort!

Im ersten Moment mögen billige Lösungen mit konventionellen Warmwasserspeichern eine attraktive Lösung darstellen. Betrachtet man jedoch, dass der Preisunterschied bei nur ein paar hundert Euro liegt sowie den Komfortgewinn von hygienischem Warmwasser, gibt es nur eine richtige Entscheidung.

Viele Installateure sind sich der Problematik nicht bewusst. Eine Wärmepumpe ist keine Öl- oder Holzheizung, sie arbeitet mit niedrigeren Temperaturen und braucht daher andere Lösungen. Es gibt zahlreiche Hersteller, die Wärmepumpensysteme mit einer hygienischen Warmwasserbereitung anbieten. Nutzen Sie diese!


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